Es war einmal ein Baum. Es war ein schöner, großer, starker Baum, mitten im Wald. Um ihn herum standen kleinere, mittlere und ebenso große Bäume, doch keiner war so schön, wie der Baum.
Die anderen Bäume dachten, dass nichts diesem großen, starken Baum etwas anhaben könnte. Und wirklich, er überstand jeden Regen, jeden Sturm, jedes Unwetter und trotzte äußeren Einflüssen.
Die anderen Bäume wurden argwöhnisch und neidisch. Sie begannen dem Baum Sticheleien zuzurufen. Wenn sie dachte, er höre nicht zu, tauschten sie kleine Gemeinheiten aus.
„Sieh nur, sein Stamm ist ein wenig krumm.“ „Um die Mitte rum ist er aber runzlig geworden, oder?“
Der große Baum konnte nichts erwidern, nichts sagen, aber er hörte alles. Hörte genau, was die anderen Bäume sagten.
Und nach und nach wurde er immer kleiner. Zuerst konnte man nichts davon sehen. Er leuchtete weiter stark und schön nach außen. Nichts schien ihn zu erreichen. Doch von innen schrumpfte der große Baum weiter.
Da keiner der anderen Bäume sah, wie schwach der große Baum wirklich war, machten sie weiter mit ihren Sticheleien und Gemeinheiten. Sie redeten den großen Baum kleiner und kleiner und bald schrumpfte er auch von außen.
Obwohl der Baum an Größe und Stärke verlor, sahen die anderen Bäume nichts davon. Für sie blieb er weiter der große, starke Baum und niemand nahm wahr, wie winzig er nach und nach geworden war.
Irgendwann war der große Baum so klein geworden, dass man ihn mit dem bloßen Auge gar nicht mehr sehen konnte. Und nach und nach begannen die anderen Bäume sich zu fragen: „Wo ist eigentlich der große, starke Baum geblieben?“
Und als sie sahen, dass er nicht mehr da war, merkten sie, wie er ihnen fehlte. Es hatte sie sich stark fühlen lassen, ihn neben sich zu wissen,
Jetzt blieben ihnen nur noch sie selbst.








