Dienstag, 8. März 2011

Demut

Manche Begriffe verschwinden aus unserem Sprachgebrauch. Es passiert ganz langsam und schleichend und desto weniger wir sie ausprechen, desto mehr verschwinden sie auch aus unserem Leben.
Demut.
Aus dem Althochdeutschen von diomuot. Die Tugend, die aus dem Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit entsteht.
Demut.
Der Demütige erkennt und akzeptiert aus freien Stücken, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt.
Demut
Wer ist heute schon noch demuetig?
In Zeiten von: Machs dir selbst! und Geh deinen Weg! glaubt jeder unter uns, alles erreichen zu können. Frei nach dem Motto: Everything's possible.
Demut.
Wenn ich alles sein kann, was ich will, muss ich keine Demut zeigen, muss ich nicht akzeptieren, dass es Größeres als mich gibt.
Demut
Demütige Menschen gehen gebeugt, neigen ihr Haupt. Sich verbeugen ist altmodisch, obwohl es bei gegenseitigem Ausführen eigentlich nur eins zeigt: Respekt. Vielleicht Anerkennung.
Demut.
Manchmal geht Demut gepaart mit Ehrfurcht. Der Furcht vor etwas Größerem. Doch wovor haben wir noch Angst? Wir sind die Größten. Das Größte. Angst muessen wir nur vor Unseresgleichen haben. Vor den Menschen, die größer sind, mehr Macht haben. Doch erfürchtig vor ihnen? Nein.
Demut.
Früher waren Menschen demütig vor ihren Eltern. Vor den Menschen, die Ihnen das Leben geschenkt hatten. Und wenn wir vor jemandem demütig sein sollten, dann doch wohl vor diesen Menschen, oder?

1 Kommentar:

mel hat gesagt…

cooler post! ich kann dir nur recht geben, dass das wort demut aus unserem wortschatz verschwindet...leider verschwindet auch diese tugend bzw wird mitlerweile als schwäche gedeutet. dabei bedeutet es eigentlich 'mut zum dienen' wenn man das ursprungswort diomuot auseinandernimmt (dio=dienen und muot=mut). ich habe mal mit freunden das thema demut besprochen und wir haben anhand der bibel und wortdefinitionen geguckt was demut eigentlich bedeutet.
wahre demut verlangt, es sich bewusst zu sein wie unbedeutend man eigentlich im vergleich mit gott ist, aber auch gleichzeitig seinen wert als geschöpf gottes zu kennen. daraus resultiert die bereitschaft sich gottes willen unterzuordnen und gott und seinen mitmenschen zu dienen, so wie es jesus ja auch gemacht hat. er kam um zu dienen, auch wenn ers nich nötig gehabt hätte. aber da er sich gott untergeordnet hat und nach seinem willen gehandelt hat hat er es getan.
also is demut ja doch schon was cooles, was definitiv wieder 'in mode' kommen sollte ^^
GOD bless you!